Von Hue sind es nur 4 Stunden nach Son Trach, einem kleinen Ort der Ausgangspunkt für Touren in den Phong Nha Nationalpark ist. Die älteste Karstregion in ganz Asien (400 Millionen Jahre) ist ein wahres Paradies für Höhlenforscher. Phong Nha beherbergt unterirdische Grotten, Flüsse und gigantische Höhlen. Mit 5 Kilometern Länge und einem 250 Meter hohem Eingang, ist die Sơn-Đoòng Höhle die größte Höhle der Welt. Sie hat sogar einen eigenen Dschungel. Enttäuscht muss Chris feststellen, dass Touren in die Höhle um die 3000 Dollar kosten und für die nächsten 2 Jahre ausgebucht sind!


Wir beschließen die Gegend mit dem Roller zu erkunden. Unser Hostel, die bisher schlechteste Unterkunft in Vietnam (die Rezeptionistin trägt etwa 20 Reisepässe in einer Handtasche herum), hat praktischerweise auch einen Verleih. Erst einmal machen wir uns auf den Weg zur nächsten Tankstelle – wie sich herausstellt eine Frau die das Benzin in Plastikflaschen verwahrt. Die Tanks sind bei jedem Verleih immer extrem leer, wir haben sogar von Reisenden gehört die es nicht einmal bis zur nächsten Tankstelle geschafft haben!
Phong Nha National Parc
Voll getankt machen wir uns auf den Weg Richtung Paradise Cave. Die Fahrt dorthin ist spektakulär, kurvige Straßen führen durch die hohen Kalksteinhügel vorbei an kleinen, idyllischen Dörfern. Bei unserem ersten Halt stellen wir jedoch enttäuscht fest, dass wir unseren Farbfilm (SD-Karte) vergessen haben… Nach etwa 40 Kilometern erreichen wir den Parkeingang zur Paradise Cave zusammen mit 4 Bussen voller Chinesen, die übrigens ununterbrochen Fotos mit mir schießen wollen, egal ob ich verschwitzt oder im Trekking-Look bin (Chris hat letztens schon gerufen: Five Dollar a picture!) Wir entscheiden uns eine kleine Pause einzulegen. In der Höhle sehen wir jedoch, dass sich der Touristenstrom angesichts des unheimlichen Ausmaßes der Paradise Cave, gut verläuft. Die Tropfsteinhöhle ist insgesamt 31 Kilometer lang. Die meisten Touristen, so auch wir, besuchen jedoch “nur” den ersten Kilometer.

Phong Nha National Parc

Phong Nha National Parc

Der Rundweg zurück nach Son Trach führt uns durch eine von Palmen und riesigen Bäumen dichtbewachsene Straße. In der Ferne sieht man die bläulichen Silhouetten unzähliger Kalksteinberge, die im abendlichen Licht die Urgewalt unberührter Natur ausstrahlen. Für uns ist dies die bisher schönste Landschaft Vietnams! Die kaum befahrene Straße ist kurvig und teilweise etwas steil, zu zweit auf dem Roller müssen wir ganz schön Gas geben. Am nächsten Tag kommen wir sogar noch einmal mit Farbfilm zurück!


Auch die Phong Nha Cave, die mit Booten aus Son Trach erreichbar ist, sollte man bei einem Besuch nicht auslassen. Gerne hätten wir noch mehr Touren in der Gegend gemacht, aber wir haben schon unsere nächste Unterkunft in Ninh Binh gebucht. Um 21.30 Uhr sollte unser Sleeping Bus laut Fahrplan losfahren, jedoch dauert es etwa eine Stunde bis die Motorräder von zwei Backpackern im bereits vollen Gepäckfach verstaut sind. Nachdem die Vorderräder ausgebaut und die Rucksäcke unter und auf den Motorrädern verstaut wurden, geht es endlich los. Die Sleeping Busse haben keine normalen Sitze, sondern eine Art Stockbetten mit Polstern. Ich finde sie eigentlich ganz bequem, aber nicht mal meine Füße passen hochkant in den kleinen, für asiatische Passformen angefertigten Fußraum. Chris, mit Schuhgröße 43, hat da “größere” Probleme. Immerhin haben wir heute nicht den Platz in der Fünferliege ganz hinten bekommen, wo wir vor einigen Tagen mit drei fremden Reisenden eingepfercht ganze 12 Stunden verbracht haben. Für ein paar Stunden finden wir Schlaf.
Sleeping Bus