Vor unserem kulinarischen Kulturschock in Vietnam gönnen wir uns am Münchener Flughafen noch ein letztes Bier und lassen unbemerkt zwei Brezen mit an Bord unseres Etihad Fliegers gehen. Unerwartet werde ich kulinarisch jedoch schon kurz nach unserem Start überrascht: Noch vor allen anderen Passagieren bekommen wir unser Essen serviert. Chris fällt ein, dass er damals beim Buchen ein Häkchen bei “glutenfreie Kost” gemacht hat.

Um 20 Uhr Ortszeit kommen wir in der 8 Millionen Stadt Ho Chi Minh City (HCMC) an und nehmen ein Taxi zu unserem Hotel. Noch nie haben wir so viele Roller an einem Ort gleichzeitig gesehen. Verkehesregeln scheinen nicht zu existieren. Junge Mädels tippen beim Fahren auf ihrem Handy und ganze Familien nimmt so ein kleines Moped auf, die auch gerne mal auf unserer Spur entgegen kommen. Von Feinstaub kann keine Rede mehr sein. Viele der Fahrer tragen eine Maske um sich vor der starken Luftverschmutzung zu schützen. Der VW-Abgasskandal erscheint in HCMC einfach nur lächerlich.

Nach dem ersten Kulturschock und ein paar Kakerlaken am Straßenrand wagen wir uns in ein kleines Restaurant, das mitten im Backpackerviertel liegt. Für ein paar Euro bekommen wir eine sehr leckere Pho Bo Suppe, Spring Rolls und 2 Bier. Ich liebe die vietnamesische Küche!

Am nächsten Tag machen wir einen langen Spaziergang durch die Stadt. Manche Straßen sind wirklich Lebensgefährlich zu überqueren und wir halten uns immer schön hinter den Einheimischen, auch wenn diese zwei Köpfe kleiner sind. Wir schaffen es zum Markt, wo wir einen frischen Mango Shake schlürfen. Hier gibt es wirklich alles, vom Jadebuddha bis zum Schnaps mit eingelegter Schlange. In der Fischabteilung bin ich kurz verstört als erst eine kleine (laut Chris sogar süße) Ratte an mir vorbeisaust und wir dann auch noch beobachten, wie sich eine Garnele aus einem Eimer Richtung Gulli retten will… Ich glaube sie hat es nicht geschafft.
Market in Ho Chi Minh
Viatnamese Smoothies

Nach diesem Tag buchen wir ein Busticket nach Nha Trang. Es war toll Ho Chi Minh City einmal zu erleben. Aber ich bin auch froh, nicht in den letzten 30 Stunden von einem der Millionen Mopeds überrollt worden zu sein und will mein Glück nicht überstrapazieren.

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Ein bisschen Erholung am Strand in Nha Trang ist jetzt genau das Richtige. Wir sind guter Laune und planen ein wenig voraus. Bei einem Wettercheck müssen wir jedoch feststellen, dass für die nächsten 10 Tage an der Küste Regen angesagt ist… und überhaupt kann man sich in Vietnam ohne Roller nicht bewegen. Wir wollen das Beste daraus machen und leihen uns trotz Wetter und Verkehr für 5 Dollar einen alten Roller aus. Auf meine Frage, ob es eine Versicherung gibt und wer im Falle eines Unfalles die Kosten trägt, bekomme ich einen sehr schiefen Blick. Das ist Vietnam!

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Nach 10 Kilometern kommen wir in einen derartig strömenden Regen, dass wir in einem kleinen Fischerdorf anhalten und uns im Haus einer vietnamesischen Familie unterstellen müssen. Die Mutter kann fast gar kein Englisch, dafür hat sie aber ein so herzliches Lächeln, dass wir bleiben wollen. Sie macht uns zwei Eiskaffee und ein Sandwich mit unidentifizierbaren Inhalt. Auf dem Rückweg scheint schon wieder die Sonne. Schade, wir hätten noch viel mehr von dieser unglaublich schönen Küste sehen wollen.