Wir starten unsere 4 Tages Tour in die Salzwüste Bolivien’s in Tupiza, einem kleinen Dorf im Südwesten des Landes. Tupiza ist bekannt für seine wildwest Landschaft und lockt Touristen mit Cowboy-Plakaten zu Reitausflügen in der Umgebung. Die Anzahl an Touren in die Uyuni nimmt stetig zu, da die Gruppen kleiner und persönlicher gehalten werden. In der Agentur La Torre bekommen wir auch noch kurzfristig 2 Plätze für den nächsten Tag.

Auf geht's in die Wüste

Auf geht’s in die Wüste


Unser ruhiger, aber erfahrener Guide Fidel steht pünktlich um 8 Uhr mit seinem Toyota Land Cruiser bereit. Mit an Bord sind Katy und Stuart, ein nettes Paar aus Südafrika und unsere Köchin Martha. Vor uns steht ein langer, aber eindrucksvoller Tag. Uns begegnen unzählige Lamas mit ihren bunten Bommeln im Ohr. Die Besitzer der Lamas haben jeweils ihre eigene Bommel-Farbe und können so die Zugehörigkeit der Tiere bestimmen. Auf jeden Fall schöner als das Brandmarken der Tiere! Erst zum Sonnenuntergang kommen wir in unserer ersten Unterkunft in Quetena an.

Polques hot springs: 39 Grad

Polques hot springs: 39 Grad

Der zweite Tag ist für uns noch um einiges spektakulärer. Wir verbringen viel Zeit im Eduardo Avaroa Nationalpark, wo wir die Möglichkeit bekommen in 4400 Metern Höhe ein Bad in den Polques hot springs zu nehmen. Das Ausziehen bei diesen Temperaturen fällt schwer, doch einmal in den heißen Quellen, wollen wir nie wieder heraus. Erst als das Mittagessen ruft, machen wir Platz für eine Gruppe Italiener in knappen Badehosen, die laut Stuart in Südafrika banana hammock (Bananen-Hängematte) genannt werden.

Weiter geht es zur smaragdgrünen Laguna Verde. Lange können wir jedoch keine Fotos schießen, der kalte Wind bläst uns fast davon. Am Fuße der Lagune liegt übrigens der Vulkan Licancabur (5925m), auf dem die NASA seinen Mars Rover getestet hat. Danach erreichen wir auf 5000 Metern den höchsten Punkt unserer Tour. Geysiere, Schwefelgeruch, heißes Geblubber und eiskalter Wind erwarten uns. Schnell laufen wir wieder in den Jeep zurück! Den letzten Halt machen wir an der Laguna del Condor mit seinen rosa Flamingos. Vor uns wartet die kälteste Nacht in den 4 Tagen und wir schlafen in Fließpulli und Northface Jacke eingemummt in einem Thermo-Schlafsack. Unsere Füße werden trotzdem nicht warm.

Am dritten Tag bestreiten wir wieder eine lange Strecke in einiger Höhe, passieren Vulkane und Lagunen. In diesem Abschnitt fand auch die Dakar Rallye 2014 statt. Diese Nacht sind wir in einem liebevoll eingerichtetem Salzhotel untergebracht und gegen Bezahlung gibt es sogar eine 8 minütige warme Dusche! Wir verbringen unseren letzten gemeinsamen Abend mit einer zweiten Gruppe von La Torre. Mit dabei sind 3 lustige Engländer mit Harry Potter Akzent, eine Französin und ein leichenblasser Paraguayer, der die kompletten 3 Tage unter Übelkeit (aufgrund der Höhe) litt und zum ersten Mal beim Abendessen dabei sein kann. Seinen 30.Geburtstag wird er wohl nachfeiern müssen. Martha hat uns eine leckere Lasagne auf den Tisch gezaubert und dazu gibt es Rotwein! Die Engländer haben eine nicht unbeachtliche Menge an Bierdosen dabei und es wird ein lustiger Abend.

Es geht früh los, denn wir wollen den Sonnenaufgang in der Salzwüste beobachten. Wege gibt es keine, doch Fidel scheint sich in dem Meer aus Salz gut auszukennen. Am beeindruckensten ist für uns die irreale Isla Incahuasi mit seinen 6000 Kakteen, die mitten in der Salzwüste liegt. Danach gibt es erst einmal Frühstück mit Kuchen. Gestärkt und gut gelaunt machen wir uns auf ins weiße Filmset. Zeit für “fotos locos”, wie sie Fidel nennt! Ein kurzer Stopp am mittlerweile geschlossenen Salzhotel und schon geht es zurück nach Uyuni.

Wir verabschieden uns von der Gruppe, denn wir sind die einzigen die mit zurück nach Tupiza fahren. Laut Fidel haben wir in den 4 Tagen etwa 1200 km zurückgelegt. Wir gucken auf seinen Kilometerzähler, doch mit einem schlauen Grinsen erklärt er uns, dass er das Kabel nach 325 Tausend km abgeknipst hat. In Tupiza steigen wir direkt in den Nachtbus nach Tarija und freuen uns wie die Schnitzel auf das Zimmer in einem kleinen Boutique Hotel, das wir dort gebucht haben!

Gruppenfoto mit Jeep

Gruppenfoto mit Jeep