Als wir um 6 Uhr morgens das kleine Bergdorf Salento erreichen, können wir schon einen kleinen Geschmack auf die größte Kaffeeregion Kolumbiens erahnen. Umgeben von Bergen, Wäldern und Nebel, genießen wir die ersten Sonnenstrahlen und warten bis unser Hostel um 6.30 Uhr öffnet… Von wegen wir schlafen immer aus 😉

Salento Kaffeefinka

Salento Kaffeefinka

Must-to-do in Salento: eine Kaffeefarm besuchen und lernen wie man das wichtigste Getränk der Welt herstellt (neben Bier und Wein).  Der Weg zu einer kleinen Finka führt durch traumhafte Landschaft. Alles ist grün, blüht und es gibt glückliche Kühe mit Hochglanzfell. Wir sind gerade die einzigen und bekommen eine Einzelführung auf spanisch. Die junge Kolumbianerin führt uns durch ein Feld von Arabica-Pflanzen, die beste aller Bohnensorten in diesem Land. Die Pflücker, die von Farm zu Farm reisen, werden für die mühselige Arbeit nach Eimern bezahlt. Wir pflücken auch ein paar Bohnen und holen die zwei Kerne heraus, die zuerst in Wasser eingelegt und dann getrocknet werden müssen. Zwei Arbeiterinnen reiben die Schale der getrockneten Bohnen per Hand auf einem Brett ab. Die Finka produziert pro Jahr etwa 4-6 Tonnen Kaffee. Die besten Bohnen werden, wie überall in Kolumbien, exportiert.

Im Restaurant “Bernabé” lernen wir, dass man Kaffee nicht zwangsläufig trinken muss. Adrian Felipe Baquero Fonseca – Biologe, Barista und Koch – verführt uns mit seinem Steak in Kaffee-Sauce. Einfach nur wow!

Must-to-do Nummer Zwei: Das Valle de Cocora! Ein 5 stündiger Wanderweg führt uns über unzählige, fragwürdige Hängebrücken und dichten Dschungel in einen Nebelwald. Den Ausblick einer Hütte können wir leider nur noch ein paar Minuten genießen, der Nebel zieht kurz nach unserer Einkunft in das Tal herein. Hätte diese eine Schlange nicht so lange unseren Weg blockiert… Das letzte Stück zurück ins Tal werden wir mit Blick auf die höchsten Palmen der Welt belohnt. Von hier geht’s zurück nach Salento. Ein Willy nimmt uns und 10 andere Passagiere mit. Willys sind die in der Region beliebten Transportmittel. Die ersten Jeeps waren Kriegsfahrzeuge und wurden 1950 von den USA nach Kolumbien verfrachtet. Sie transportieren alles, von Schweinen, über Bananen und Kaffee bis zu Touristen wie uns.

Nach 5 Tagen Bergen brauchen wir wieder ein bisschen Abwechslung und verbringen 2 Tage in der Tatacoa Wüste. Von dort geht es zuerst mit einem “Tuktuk”, dann auf der Ladefläche eines Jeeps, einem unglaublich unbequemen Bus und zuletzt einem Jeep nach San Augustin. Der Ort ist vor allem für seine Ausgrabungen bekannt: 1000 Jahre alte Steinfiguren. Besonders schön ist jedoch die Landschaft in den Bergen. Hier wächst alles. Angeblich die besten Kaffeebohnen, Zuckerrohr, 3 verschiedene Bananensorten, Koka, Himbeeren, Kakao…. Bei einer Jeeptour in netter Gesellschaft bekommen wir außerdem den längsten Wasserfall Kolumbiens zu sehen.

Unser Hostel, das Casa François, hat nicht nur eine tolle Aussicht, sondern auch Pferde, Katzen, Hunde und 9 Welpen; mit denen wir viel Zeit hier verbringen (es wird gespielt bis zum umfallen). Chris erlaubt mir aber nicht einen mitzunehmen!!

Chrissi spielt Welpen hundemüde

Chrissi spielt Welpen hundemüde

Mit 3 Backpackern machen wir uns auf den Weg nach Ecuador. Wir wollen noch am Samstag Otavalo erreichen, eine Stadt 4 Stunden hinter der Grenze. Dort findet Samstags der größte Markt für Handwerkskunst in Südamerika statt. Wir fahren etwa 11 Stunden bis Pasto und nehmen Samstag morgen einen Bus nach Ipiales. Doch von hier will uns kein Taxi über die Grenze nehmen. Die ist nämlich heute wegen Präsidentschaftswahlen geschlossen (Außerdem gibt es kein Alkohol, wo doch heute Kolumbien gegen Griechenland spielt!). Unsere Mitreisenden wollen es trotzdem probieren, doch wir werden noch vorher von Grenzpolizisten ins “schöne” Ipiales zurück geschickt. Die Stadt ist die trostloseste von allen die wir bisher gesehen haben und hier müssen wir nun über einen Tag ausharren. Unser Doppelzimmer im Hostel kostet dafür nur 10€ und ein Frühstück (Croissant, Rührei, Kuchen, Kaffee) ganze 1,25€. Hier sehen wir auch das erste Meerschweinchen am Spieß, können uns aber noch nicht dazu hinreißen lassen. Statt dem Markt gibt es dafür Fußball und eine wunderschöne Kirche in der Nähe von Ipiales.

Kirche Las Lajas in Ipiales

Kirche Las Lajas in Ipiales

Am nächsten Tag, pünktlich um 16 Uhr, machen wir uns auf zum Grenzübergang. Ganz unerwartet möchten auch noch 100 andere Menschen raus oder rein. Also nochmal 2 Stunden für die Stempel und wir sind in ECUADOR! Ein bisschen Herzweh haben wir schon. Kolumbien ist so wunderschön, die Menschen sind so herzlich und eins ist sicher. Wir kommen wieder!!! PS: Die ersten Vorbereitungen für eine Tour sind bereits getroffen. Lasst euch überraschen! Die nächste Woche sind wir nicht erreichbar 🙂