Viel haben wir schon gesehen: Weißeste Karibikstrände- & Inseln, Urwälder & Nebelwälder, Kaffeplantagen, Millionenstädte & idyllische Dörfer. Auf unserem Weg nach Ecuador in Richtung Süden addieren wir eine weitere – im weitesten Sinne – Biosphäre mit der Wüste “Tatacoa”.
Diese liegt nur etwa 3° nördlich des Äquators und wir freuen uns bereits auf eine pechschwarze Nacht in der Wüste. Immerhin wurde wegen dem sternenguckerfreundlichen Himmel auch ein Obersvatorium errichtet.

Aber zuvor ein Absatz über unsere mittlerweile übliche, kleine Odyssee – wie wir zur Wüste fuhren. Von Salento aus nehmen wir zwei Busse, die ein weiteres Mal mehr Zeit benötigen, als angenommen. Und so vergehen statt 4-5 Stunden eben 8 Stunden nach Neíva. Von dort aus fahren kleine Busse nach Villavieja (34km), unserem Ausgangsziel für den Wüstenbesuch. Leider eben nur bis 18.00, da ist man 18.30 ein wenig zurück gelassen. Nun stehen wir da im Busterminal und gucken müde & verzweifelt. Und nein, wir wollen auch nicht nach Calí fahren, auch wenn die Kameraden der verschiedenen Busunternehmen uns diese Route in Marktschreier-Manier nahebringen. Bald spricht sich herum, dass die zwei Gringos nach Villavieja wollen: eine Handvoll Personen versuchen, uns zu helfen und witzeln, wir können ja hier neben den Bänken auf dem Boden schlafen (um 5 Uhr frühs fahren die ersten Busse wieder).. Christina regelt den Umstand und prompt sitzen wir im Taxi und fahren ohne Lizenz für ca. 15eur über die mit knietiefen Kratern versehene Straße, und klopfen bald am Tor der vermutlich einzigen Unterkunft im Ort. Danach ein Abendessen um die Ecke und es hat sich wohl schon rumgesprochen, dass da zwei Fremde mit dem Taxi gekommen sind.

Und so spricht uns noch beim Essen ein Herr mit Schnurrbart an. Er hat ein Moto mit Sitzplätzen und macht Touren in die Wüste. Er heißt Juan und er kann ja am nächsten Morgen an unserer Unterkunft (dessen Namen er wusste, ohne, dass wir ihn verraten mussten) vorbei schauen mit Unterlagen, Bildern, etc. Wir überschlafen sein Angebot.

Juan ist pünktlich am nächsten Morgen zur Stelle und uns sympathisch. Kurz darauf sitzen wir in seinem blauen Gefährt, lassen uns den kühlen Fahrtwind um die Nase wehen und genießen die frische Luft, den tollen Ausblick und Juan’s Tour.

Juan & Tuktuk

Juan & Tuktuk

Am Abend besuchen wir das Observatorium. Leider ist fast Vollmond und so können wir die Milchstraße nicht sehen, dafür teleskopieren wir aber den Mond – und sehen viele, viele Mondkrater. Aber keine amerikanische Flagge!!

Tatacoa Sternegucken

Tatacoa Sternegucken

Nun übernachten wir mitten in der Wüste in einem kleinen Zimmer mit kaltem Wasser; in einer Cabaña (bei uns würde man wohl Ferienhof sagen), die nur über einen Generator mit Strom versorgt wird. Juan wird uns am nächsten Morgen wieder ins Dorf fahren, aber bereits 6.30 Uhr, denn er hat noch einen anderen Job als Obstpflücker.
Wir stehen um 5.50 Uhr auf, es ist noch dunkel & der Generator natürlich noch ausgeschalteten. Das Dusche ist erfrischend wie ein Alpenbach (Beleuchtung: Taschenlampe) und jedes Gelenk ist mit mehreren Mückenstichen geschmückt (keine Moskitonetze).

Aber es war unglaublich toll! Auf dem Rückweg nehmen wir mit Juan noch drei kleine Schulkinder mit, die mit ihren Familien in der Wüste wohnen. Man kennt sich.

 

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