Nachdem wir uns in Hoi An von der freundlichen Familie des “Sunny Homestay” verabschiedet haben geht es für uns weiter über den Wolkenpass nach Hue. Da man auf der Busfahrt, die durch einen sieben Kilometer langen Tunnel führt, nichts von der schönen Küstenstraße mitbekommt, entscheiden wir uns für eine Motorradtour mit “Lefamilyriders”.
Über den Wolkenpass
Unseren ersten Stop legen wir bei den Marble Mountains ein. Die Marmorberge bestehen aus 5 gigantischen Kalksteinhügeln, die von den Vietnamesen “Berge der 5 Elemente” genannt werden: Wasser, Metall, Erde, Feuer und Holz. Auf dem höchsten der Berge befinden sich mehrere Grotten und Pagoden. Die größte Grotte ist ganze 30 Meter hoch und mit einem Altar und mehreren Schreinen ausgestattet. In der Mitte thront ein Riesenbuddha. Während des Vietnamkrieges diente die Grotte auch als Lazarett und Versteck.


Dann geht es weiter über den Wolkenpass, der auch eine Wettergrenze markiert. Auf der Seite Danang’s genießen wir den Sonnenschein und atemberaubende Aussicht auf die Küste. Auf der anderen Seite ist es neblig und bewölkt.
Unser Mittagessen auf einem “floating restaurant” ist der Wahnsinn. Frische Muscheln, Garnelen und Tintenfisch in allen Variationen und dazu regionales Bier, das überall gleich, aber auch nicht schlecht schmeckt. Übrigens esse ich seit 12 Tagen täglich Meeresfrüchte und es geht mir wunderbar!
Floating Restaurant
Mit unseren Motorrädern geht es weiter, zum Teil durch sehr unebenes Terrain zum Elefantenwasserfall und danach zu einem kleinen, sehr armen Fischerdorf. Als wir Abends müde in Hue ankommen sind wir erst einmal enttäuscht. Schon wieder Großstadt, Abgase und chaotischer Verkehr. Die einstige Königsstadt wirkt auf den ersten Blick so gar nicht königlich. Bei einer 40 km langen Radtour am nächsten Tag wollen wir die Tempel und Grabstätten in der Gegend entlang des Perfume Rivers erkunden.

Nach unserem ersten Stop an der Thien Mu Pagoda schlägt Chris vor nicht dem auf unserer Karte eingezeichneten Radweg zu Folgen. Eine andere Route würde mehr Abenteuer und weniger Touristen versprechen. Also fahren wir weiter entlang des Flusses, genießen wenig befahrene Straßen, verlassene Pagoden, beeindruckende Friedhöfe, Reisfelder, und lachende Kinder, die uns “hello” hinterherrufen.
Perfume River in Hue
Meine gute Laune nach der idyllischen Fahrt nimmt jedoch rapide ab, als der “abenteuerliche Weg” bald nur noch Feldweg und letztlich gar kein Weg mehr ist. Nach etwa 5 km Fahrt stehen wir vor einer langen Treppe, die wir schwitzend unsere Fahrräder hochschleppen in der Hoffnung auf der anderen Seite einen Weg vorzufinden. Oben angekommen werden wir verwirrt von zwei Vietnamesen angestarrt, die am Altar einer Pagode gerade ihr Gebet vollbringen und mit Räucherstäbchen wedeln. Dieser Ort wurde womöglich heute das erste mal mit Fahrrädern betreten, da er von beiden Seiten nur über Treppen erreichbar und grundsätzlich mit einem Boot von der anderen Flussseite angefahren wird. Die Dame am Empfang ist, wie weitere Besucher, belustigt über die zwei Fahrradfahrer aus Germany und für mehrere vietnamesische Dong nimmt uns letztendlich ein Boot mit auf die andere Flussseite. Immerhin eine Abkürzung zu unserem nächsten Ziel, der Minh Mang Grabstätte.
Die “Grabstätte” überstreckt sich auf 18 Hektar und umfasst mehrere Tempel und Pavillons. Das eigentliche Grab, angeblich ein unterirdischer Palast der 1840 nach dem Tod des zweiten Ngyuen Herrschers verschlossen wurde, liegt in einem kleinen Waldstück, das  von einer Mauer umgeben ist. Nur einmal jährlich wird das Tor zur Grabstätte zum Geburtstag des Herrschers geöffnet. Interesting Fact: 14 Jahre lang hat man nach der perfekten Lage für die “Grabstätte” gesucht und nur ein Jahr nach Baubeginn ist der Ngyuen Herrscher gestorben.
Minh Mang Grabstätte
Und weil wir noch nicht genug von Grabstätten haben machen wir auf dem Rückweg noch einen Halt an der Lang Hai Dinh Grabstätte, die um 1925 errichtet wurde. Die Beschreibung aus unserem Guide “eine Betonmischung aus Versailles und vietnamesischem Königspalast” trifft es ganz gut.
Lang Hai Dinh Grabstätte
Heute Abend gönnen wir uns im “Restaurant Risotto” eine Pizza. Irgendwie fühlen wir uns beide nach dem Reisgericht heute Mittag nicht so wohl. Die eingelegten Schlangen und eine Art eingelegter Hund auf dem Tresen des Restaurants haben wir erst nach dem Essen entdeckt…
Königspalast
Unseren Aufenthalt in Hue schließen wir am nächsten Tag mit einer Besichtigung der “Verbotenen Stadt” ab. Unser nächstes Ziel ist Phong Nha, wo die größten Höhlen der Welt liegen.