Wer Paris von einer anderen Seite kennen lernen will, dem empfehle ich auf vollgestopfte U-Bahnen oder Busse zu verzichten und die Stadt ganz einfach mit dem Fahrrad zu erkunden.

Vor allem in den Sommermonaten August und September, wenn sich viele Pariser eine Auszeit vom Großstadtalltag gönnen und die Straßen wie ausgestorben sind, sollte man sich ein Fahrrad schnappen und ohne Stadtplan oder Ziel einfach treiben lassen. Nie werde ich meine erste Fahrt an einem warmen Sommerabend vergessen: Von Gambetta im 20 Arrondissement, über Belleville und Place de la République bis zu Châtelet an der Seine – 25 Minuten einfach nur bergab. Unglaublich, was ich bei einer einzigen U-bahn Fahrt alles verpasst habe. Neue Ziele mussten her: Seine, Eiffelturm, Parc de la Villette, Opéra, Parc Monceau….  Mit dem Fahrrad habe ich Paris lieben gelernt, trotz Verkehr und gelegentlicher Orientierungslosigkeit (kurz Angst habe ich, als ich mich plötzlich im 4, 5, 6 spurigen Kreisel des Louvre wiederfinde) – aber solange man sich nicht nur an Verkehrsregeln sondern an den Verkehr selbst anpasst, ist man in Paris auf der sicheren Seite. Und dann kann man die wunderschönen Alleen, historischen Fassaden, romantischen Gassen und das entspannte Paris und dessen Flair erleben.

Wer kein eigenes Fahrrad hat, kann ganz einfach den öffentlichen Fahrradverleih Vélib nutzen. Allein in Paris gibt es etwa 1800 Fahrradstationen. Die Tickets kann man im Internet oder vor Ort am Automaten kaufen (Voraussetzung am Automaten ist die Bezahlung mit einer Kredit- oder Scheckkarte). Generell setzt sich der Preis aus einer Tagespauschale von 1,70 € und einer zusätzlichen Gebühr für die Fahrtzeit zusammen. Die ersten 30 Minuten sind dabei kostenlos. Wer einen längeren Aufenthalt in Paris plant, spart mit einem Abonnement nicht nur Geld, sondern auch Zeit, denn der Ticketkauf am Automaten ist ein wenig langwierig: Eingabe der Kreditkartendetails, Zustimmen zu den Konditionen und einer Kaution von 150€ (die allerdings nur abgebucht wird, wenn das Fahrrad nicht wieder abgestellt wird),…

Vélib App

Ein Nachteil an dem Leihsystem ist, dass es an außerhalb gelegenen Stationen nicht immer Fahrräder gibt. Im Zentrum dagegen sind die Stationen oft randvoll, sodass man keine Möglichkeit hat sein Fahrrad abzustellen.

In diesem Fall lohnt sich die  App von Vélib , um schnell die umliegenden Abstellplätze zu finden. Auf einer virtuellen Karte werden alle Stationen und die Anzahl der Fahrräder, die sich aktuell vor Ort befinden, angezeigt. 

 

Also, Fahrrad schnappen und los geht’s!!!